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 MiG - Management im Gesundheitswesen
Betriebskonzepte für Medizinische Kompetenzzentren

Basiskalkulation und weitere Nutzenpotenziale aus Sicht der Ärzte (Mieter)
 
Die Betriebsgesellschaft mbH oder GbR bietet den beteiligten Ärzten die Möglichkeit, kurz-, mittel- und langfristige Nutzenpotentiale zu erschließen:

  • Kurzfristiges Nutzenpotential: Reduktion von Betriebskosten
    Die Reduktion von Betriebskosten (z.B. Personal, Mietfläche, Einkauf) kann unmittelbar nach Übernahme der Mieträume sofort durchgeführt werden.
  • Mittelfristiges Nutzenpotential
    Zusätzliche Einnahmen durch Beteiligung an Gesundheitsunternehmen z. B. Sanitätshaus, Notfallpraxis, ambulanter Pflegedienst
    Zusätzliche Umsatzfelder im Selbstzahlermarkt können in einem Zeitfenster von 1 bis 4 Jahre aufgebaut werden.
  • Langfristiges Nutzenpotential: Vertrag zur Integrierten Versorgung
    Die Verhandlung eines Vertrages zur Durchführung einer integrierten Versorgung gemäß GMG, § 140 ff SGB V "Integrierte Versorgung" ist ab dem 01.01.2004 möglich. Ebenso sollte über die Zulassung zu einem Medizinischen Versorgungszentrum nach § 95 SGB V nachgedacht werden.
  • Nach dem neuen Vertragsarztrechtsänderungsgesetz sind seit Anfang 2007 weitere Versorgungsformen wie Zweigpraxis, überregionale Gemeinschaften, etc. möglich, welche im Einzelfall geprüft werden müssen.
    Näheres unter neue Versorgungsformen

Im Einzelnen sind folgende Nutzenpotentiale sinnvoll:

  • Reduzierte Mietflächen
    Nach den Erfahrungen aus anderen Projekten reduziert sich die notwendige Fläche der Arztpraxis bei Zusammenlegung von zwei Einzelpraxen zu einer Gemeinschaftspraxis oder Praxisgemeinschaft bei gemeinsamer Nutzung der Funktionsbereiche Anmeldung, Wartezonen, Sozialräume und Büroflächen und bei gemeinsamer Gerätenutzung um 10 bis 30 % (Quelle: Pilotprojekt Gesundheitszentrum Naila, Nordbayern). Kommt zu einer bestehenden Gemeinschaftspraxis ein weiterer Kollege hinzu, so liegt die Reduktion der Praxisfläche bei ca. 20 % pro Praxis.
  • Reduzierte Personalkosten
    Man kann davon ausgehen, dass zur Bearbeitung von ca. 500 Scheinen eine Vollzeit-Arzthelferin notwendig ist. Über die Reduktion der sprungfixen Kosten wird bei der Zusammenlegung von zwei Arztpraxen oder der Erhöhung der Arztanzahl und damit der Gesamtscheinzahl eine Erhöhung der Auslastung der Arzthelferinnen erzielt. Die erreichbaren Einsparungen liegen im Bereich von 5 bis 20 % der Personalkosten.
    Beispiel: Eine 1200-Scheine Praxis und eine 800-Scheine Praxis mit 2 ½ bzw. 2 Arzthelferinnen, fusionierten die Praxen mit insgesamt 2000 Scheinen und einem neuen Bedarf von 4 Arzthelferinnen, d. h. 11% Personalkostenreduzierung. Dazu kommen geringere Vorhaltekosten für Urlaub und Krankheitsfall durch einen Personalpool mit einem Potenzial von weiteren 5 % der Personalkosten.
  • Gemeinsame Gerätenutzung
    • Labor
    • Teilgebietsröntgen
    • Ultraschall
    • Duplexsonographie
    • Laser

Die gemeinsame Gerätenutzung muss individuell abgestimmt werden.
 
Eine solide Wirtschaftlichkeitsbetrachtung aus Sicht der Einzel- und Gemeinschaftspraxis kann auf Basis der realisierbaren kurzfristigen Nutzenpotenziale durchgeführt werden.

Beispielrechnung
Erfahrungswerte aus bereits bestehenden Zentren

  Vorher
Bemerkungen
Summe
p. a.
AMK
Bemerkungen
Summe
p. a.
Differenz
p. a.
Miete (150m2) 9,45 €/m2 17.010 € 20% Reduktion der Mietfläche
13,00 €/m2 inkl. MwSt. + Marge
18.720 € + 1.710 €
Personalkosten 25% vom Umsatz
204 T€ p.a.
51.000 € 12% Reduktion der Personalkosten
durch Personalpool + Zusammenschluss
44.880 € - 6.120 €
Gemeinsame
Gerätenutzung
Individuell   vorhanden,individuell zu berechnen
Im Einzelnen z.B.
o Interne Funktionsdiagnostik
o Ergotherapie
o Logopädie
o Eingipsräume
o Röntgen
o Ultraschall
o Labor
  - 3.068 €
Gemeinsamer Einkauf     Sprechstunden- und Praxisbedarf   - 2.090 €
Summe - 9.568 €


Tabelle: Basiskalkulation als Beispielrechnung
Alle Angaben Durchschnittswerte pro Arzt/Praxis in € p.a.

Fazit:
 
Für den Betreiber wird deutlich, dass selbst die Erhöhung des Praxiszinses auf im Durchschnitt 13,00 EURO/m2 inkl. MwSt. und Mietausfallwagnis (Marge) ausgeglichen wird.
 
Auftretende Überschüsse (siehe vorherige Tabelle, 9.568 €/Jahr) können genutzt werden, um Kosten für Investitionen und den Umzug zu amortisieren.

Das Betriebskonzept:
 
Die Betriebsgesellschaft des AMK übernimmt die Funktion des Dienstleisters im Innenverhältnis und die Außenvertretung, soweit die Belange des Kompetenzzentrums in der Weiterentwicklung und Ausgestaltung berührt sind. Die Gesellschafterstruktur der Gesellschaft sichert die Interessenübereinstimmung mit den Zielen im Marktsegment und die synergistischen Innenverhältnisse der Wettbewerbsgemeinschaft. Die Firma der Gesellschaft soll deshalb durch eigene Geschäftsfelder im Dienstleistungsbereich des AMK wirtschaftliche Unabhängigkeit erlangen. Dafür wird ein eigenständiges Betriebskonzept vorgeschlagen.
Das Medizinische Kompetenzzentrum wird zunächst mit dem betriebswirtschaftlichen Vorteil und dem zukunftsorientierten wirtschaftlichen Erfordernis assoziiert. Es wird auch zugleich mit dem Ansatz des gewinnorientierten Unternehmers, der mit vertretbarem Risiko sowie vertretbarem eigenem und fremdgesteuerten Aufwand ein Produkt, daher eine Dienstleistung herstellt, verbunden. Es wird weiterhin als Synonym für die Möglichkeit arbeitsteiliger Prozesse und modernen Managements im Gesundheitsbereich verwendet. Insofern ist dies ein Hauptargument, denn an den betriebswirtschaftlichen Vorteilen als zukunftsorientiertes wirtschaftliches Erfordernis mit volkswirtschaftlichen Effekten kommt kein privatrechtlich wirtschaftendes Unternehmen mehr vorbei. Die politischen und volkswirtschaftlichen Steuerungsmechanismen vermögen den "unangepassten" Betrieb wirtschaftlich unattraktiv zu machen. Dies bedingen Gesetzgebung, Geldpolitik, Finanzwesen, Harmonisierungsbestrebungen, Vergütungsregelungen, Strukturierungsbestrebungen und letztlich Wandel der Lebenseinstellung der Menschen.
 
Die Folge davon ist, dass der kreative Unternehmer, dessen Gewinnerzielungsabsicht legitim ist, gegensteuert und insofern haben wir in den letzten Jahren in unserem betrachteten Bereich des Marktsegmentes der Gesundheitsfür- und vorsorge vielfältige Bestrebungen, stagnierenden oder sinkenden Gewinnen zu begegnen, beobachten können.
Das Modell ist ein umsetzungsfähiges Modell, da Gewinn aus Wertschöpfung erzielt wird.

Betriebsgesellschaft als interner Dienstleister des AMK

amz_kontzep
E = Eigengeschäfte                                                          

Bei allen Versuchen und zeitweiligen Erfolgen anderer Organisationsformen bietet die Zusammenarbeit von unabhängigen Leistungserbringern und einer wirtschaftlich selbständigen Betriebsgesellschaft, die Zentral- und Querschnittsfunktionen der Wettbewerbsgemeinschaft wahrnimmt sowie betriebswirtschaftliche Verbesserungen der Praxisführung durch Schaffung des äußeren Rahmens und Vorhaltung des inneren Angebotes ermöglicht, die derzeit beste wirtschaftliche Alternative. Es gilt somit das Postulat, ohne die wirtschaftlich unabhängige Betriebsgesellschaft ist die Komplexität des AMK nicht lösbar.

Beispiele:

  • Zentraler Patientenempfang, Information. Diese Einrichtung im Eingangsbereich mit zentraler Hinweis- und Leitungsfunktion der Patienten und Besucher (Option: Call Center, zentrale Terminvergabe u.a.) muss durch Umlagen finanziert werden.
  • Betreuung und Begleitung von Patientengruppen, auch im Sinne der Identifikation mit dem AMK bei neutraler Kostenstruktur für den Einzelarzt. Dafür wird ein gemeinschaftlich nutzbarer Seminarraum mit Bewirtschaftung durch die Betriebsgesellschaft vorgehalten.
  • Möglichkeit der Verbesserung des Leistungsspektrums und Kooperationsvermittlung durch Ansiedlung von wirtschaftlich starken, innovativen und kompetenten Dienstleistern. Die Betriebsgesellschaft partizipiert an der Steuerung und Umverteilung von Margen.
  • Die Betriebsgesellschaft kann aus einer Vertrauensposition heraus Praxisnachfolgen und Besetzungen begleiten und steuern. Dies lässt auch Möglichkeiten über Sonderbedarfszulassungen und die zeitweilige Vermittlung von Anstellungsverhältnissen gemäß § 95 Abs. 1-3 SGB V und Vertragsarztrechtsänderungsgesetz zu.
  • Die wirtschaftlich unabhängige Betriebsgesellschaft muss von Anfang an als Dienstleister der Wettbewerbsgemeinschaft und zugleich als integrativer Mitwirkender dargestellt werden. Nur so können die wirtschaftlichen Interessen des Einzelnen mit den strategischen Zielstellungen in Übereinstimmung gebracht werden. Die Betriebsgesellschaft.
    • stellt bei erfolgreichem wirtschaftlichen Verlauf für die Ärzte des Zentrum, ein Stück zusätzliches Eigentum dar, das im Rahmen der Bilanzierung steuerliche Vorteile bieten kann, das Liquiditätsreserve darstellen und Bonitätsmerkmale beeinflussen wird;
    • ist bei der derzeitigen Rechtslage geeignet, in der Außen-, Werbe- und Medienwirksamkeit für die Gesamtheit und damit für den Einzelnen aufzutreten. Beispiel: - Herausgabe einer Hauszeitschrift, Erstellung eines Videoclips, Veröffentlichung einer Homepage;
    • kann Dienstleistungen in sensiblen Bereichen vorhalten;
    • kann über die Bildungsfunktion große, auch wissenschaftliche Auswirkungen entfalten mit Profilierungsmöglichkeiten für Ärzte, mit Präsentationen, mit gesellschaftlich beachteten Veranstaltungen;
    • nimmt die Interessenvertretung gegenüber Banken, Versicherungen, politischen Gremien u. a. wahr

Die Darstellung der Vorzüge einer Betriebsgesellschaft des AMK wird sich im konkreten Fall entwickeln. Ein Teil der Funktionen wird erst nach geraumer Weile aus der wachsenden Vertrauensposition heraus zu verwirklichen sein. Deswegen ist eine ausreichende Ausstattung mit Stammkapital und die sofortige Aufnahme eigener wirtschaftlicher Tätigkeit unverzichtbar.
Im nachfolgenden Modell des Erfolgsplanes einer Betriebsgesellschaft werden die vorstehend aufgeführten Grundsätze in allgemeiner Art anhand der derzeit bekannten wirtschaftlichen Kennziffern, ergänzt durch beispielhafte Umsatzerlös- und Kostenansätze aus dem Erfahrungshintergrund der MIG dargestellt. Die konkrete Ausgestaltung ist ein fortlaufender Prozess. Die Verwirklichung weiterer Geschäftsfelder ergibt sich aus dem Handlungsrahmen der Firma der Gesellschaft im konkreten Fall. Das Betriebskonzept muss deshalb bei jeder Veränderung fortgeschrieben werden bzw. erlangt seine Gültigkeit nach den Beschlüssen der aufsichtsführenden Gremien der Betriebsgesellschaft.

Eigenständigkeit der Betriebsgesellschaft
 
Eigenständigkeit der Betriebsgesellschaft durch wirtschaftliche Tätigkeit und Wahrnehmung von Querschnittsfunktionen

Beispiel Wirtschaftliche Zielsetzung Betrieb
Immobilienverwaltung für das AMK
  • Wirtschaftliche Abwicklung der Immobilienverwaltung mit Gewinn
  • Kontrolle über die Verwaltungskosten
Generalmieter
Kooperation mit der Apotheke  
 
Vertrag
Kooperation mit dem Sanitätshaus
  • Partizipation am Umsatz des im AMK integrierten Sanitätshaus
Vertrag
Zentraler Einkauf / Praxisbedarf / Verwaltungsbedarf
  • Reduzierung der Sach- und Verwaltungskosten für die Mieter des AMK
Leistungsvertrag
Versicherungen
  • Reduzierung der Betriebskosten für die Mieter des AMK
Mengenrabatt
Dienstleistung der Praxisverwaltung
  • Reduzierung der Betriebskosten für die Mieter des AMK
Kooperations-Vertrag mit Ärzten
Medizintechnik
  • Reduktion der Betriebskosten für die Mieter des AMK
Konditionsvertrag
Vermietung Werbeflächen
  • Schaffung von zusätzlichen Einnahmen für die Betriebsgesellschaft
 
Mitarbeiterpool
  • Reduzierung des Personalaufwandes für die Mieter des AMK - gleitende Nachbesetzung
  • Ersatz zeitweilig fehlender Arbeitskräfte durch eingearbeitete Mitarbeiter
Kooperations-vertrag mit Ärzten
Hausmeister
  • Reduzierung der Betriebskosten für die Mieter des AMK
 
Telefonanlage
  • Reduzierung der Betriebskosten
 

Referenzen:

Kontaktadresse:
 
Bernd Wiesner
Management im Gesundheitswesen
Kaiser-Heinrich-Str. 7, 91353 Hausen
Tel.: 09191.6152340
Fax: 09191.6152342
 
E-Mail: info@migerlangen.de